Cyberangriffe auf Unternehmen: Cyberkriminalität gehört zu den Risiken, mit denen sich heute nahezu jedes Unternehmen auseinandersetzen muss. Dabei sind nicht nur große Konzerne betroffen. Auch kleine und mittelständische Unternehmen geraten regelmäßig ins Visier von Cyberkriminellen.
Die Folgen eines erfolgreichen Angriffs können erheblich sein: verschlüsselte Daten, unterbrochene Geschäftsabläufe, finanzielle Verluste und mögliche Schadensersatzforderungen.
Umso wichtiger ist es, Cyberrisiken frühzeitig zu erkennen, geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen und für den Ernstfall vorbereitet zu sein.
Cyberangriffe auf Unternehmen: Warum auch kleinere Betriebe betroffen sind
Viele kleinere Unternehmen unterschätzen ihre Gefährdung durch Cyberkriminalität. Sie gehen davon aus, dass ihre Daten und Geschäftsabläufe für Angreifer kaum interessant seien. Tatsächlich erfolgen zahlreiche Angriffe automatisiert und unabhängig von der Unternehmensgröße.
Diese Einschätzung kann sich als gefährlicher Irrtum erweisen.
Ein erheblicher Teil der Cyberangriffe erfolgt automatisiert. Kriminelle suchen dabei beispielsweise nach bekannten Sicherheitslücken, unzureichend geschützten Zugängen oder verwundbaren IT-Systemen.
Ob ein Unternehmen zehn oder mehrere Tausend Mitarbeiter beschäftigt, spielt bei solchen Angriffen zunächst häufig keine Rolle.
Gerade kleinere Betriebe verfügen zudem oftmals nicht über eigene IT-Sicherheitsabteilungen und sind auf externe Dienstleister angewiesen.
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Welche Cyberangriffe auf Unternehmen sind besonders häufig?
Ransomware – wenn Unternehmensdaten verschlüsselt werden
Bei einem Ransomware-Angriff verschlüsseln Kriminelle Daten oder ganze IT-Systeme und fordern für deren Freigabe ein Lösegeld.
Besonders problematisch wird es, wenn dadurch wichtige Geschäftsprozesse zum Stillstand kommen. Rechnungen können nicht erstellt, Kundenaufträge nicht bearbeitet oder Produktionsanlagen nicht mehr gesteuert werden.
Teilweise drohen die Täter zusätzlich mit der Veröffentlichung gestohlener Daten.
Phishing und manipulierte E-Mails
Gefälschte E-Mails gehören weiterhin zu den häufig genutzten Angriffsmethoden.
Die Nachrichten erscheinen beispielsweise als Mitteilungen von Banken, Lieferanten oder Geschäftspartnern. Mitarbeiter sollen dazu gebracht werden, Zugangsdaten preiszugeben, manipulierte Anhänge zu öffnen oder Zahlungen auszulösen.
Besonders gefährlich sind professionell gestaltete Nachrichten, die sich kaum noch von echten geschäftlichen E-Mails unterscheiden lassen.
Manipulierte Zahlungsanweisungen
Cyberkriminelle können sich als Geschäftsführer, Lieferant oder Geschäftspartner ausgeben und versuchen, Zahlungen auf fremde Konten umzuleiten.
Dabei muss nicht zwangsläufig Schadsoftware eingesetzt werden. Häufig genügt die geschickte Täuschung eines Mitarbeiters.
Angriffe auf externe IT-Dienstleister
Unternehmen sind zunehmend mit externen IT-Systemen, Cloud-Diensten und Softwareanbietern verbunden.
Wird ein solcher Dienstleister erfolgreich angegriffen, können die Auswirkungen auch dessen Kunden treffen.
Die Sicherheit der eigenen IT hängt deshalb teilweise von der Zuverlässigkeit externer Partner ab.
Wie können Cyberangriffe auf Unternehmen verhindert werden?
Vollständige Sicherheit lässt sich nicht erreichen. Allerdings können bereits grundlegende organisatorische und technische Maßnahmen das Risiko eines erfolgreichen Angriffs erheblich reduzieren.
Zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen gehören:
- Regelmäßige Datensicherungen: Backups sollten nach einem durchdachten Konzept erstellt und regelmäßig auf ihre Wiederherstellbarkeit überprüft werden. Besonders wichtig sind vom produktiven Netzwerk getrennte oder unveränderbare Sicherungen.
- Aktuelle Software: Betriebssysteme, Anwendungen und Netzwerkkomponenten sollten zeitnah mit Sicherheitsupdates versorgt werden.
- Mehrfaktor-Authentifizierung: Besonders sensible Zugänge, etwa zu E-Mail-Konten, Cloud-Diensten oder zur Fernwartung, sollten zusätzlich abgesichert werden.
- Schulung der Mitarbeiter: Beschäftigte müssen typische Betrugsversuche erkennen und wissen, wie sie bei verdächtigen Nachrichten reagieren sollen.
- Beschränkung von Zugriffsrechten: Mitarbeiter sollten nur auf diejenigen Systeme und Daten zugreifen können, die sie für ihre Tätigkeit benötigen.
- Schutz durch geeignete IT-Sicherheitslösungen: Dazu gehören unter anderem Endpoint-Schutz, sichere Netzwerkkonfigurationen und eine angemessene Überwachung sicherheitsrelevanter Ereignisse.
- Vorbereitung auf den Ernstfall: Ein dokumentierter Notfallplan sollte festlegen, wer bei einem Cyberangriff informiert wird und welche Maßnahmen einzuleiten sind.
Die konkrete Umsetzung sollte sich an der Größe, der IT-Abhängigkeit und dem individuellen Risikoprofil des Unternehmens orientieren.
Was tun, wenn das Unternehmen Opfer eines Cyberangriffs wird?
Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Sicherheitsvorfall, ist schnelles und koordiniertes Handeln entscheidend.
1. Angriff erkennen und eindämmen
Betroffene Systeme sollten nach Möglichkeit durch IT-Fachleute isoliert werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Dabei ist darauf zu achten, wichtige Beweismittel nicht unnötig zu vernichten.
2. IT-Spezialisten einschalten
Spezialisierte Fachleute können die Ursache des Vorfalls untersuchen, das Schadensausmaß feststellen und die Wiederherstellung der Systeme vorbereiten.
3. Meldepflichten prüfen
Sind personenbezogene Daten betroffen, können datenschutzrechtliche Meldepflichten bestehen. Nach der DSGVO kann insbesondere eine Meldung an die zuständige Aufsichtsbehörde innerhalb von 72 Stunden erforderlich sein.
Abhängig von der Branche und den gesetzlichen Anforderungen können weitere Meldepflichten hinzukommen.
4. Versicherer frühzeitig informieren
Besteht eine Cyberversicherung, sollte der Versicherer beziehungsweise dessen Schadenhotline unverzüglich kontaktiert werden.
Viele Versicherungsverträge sehen besondere Assistance-Leistungen und abgestimmte Verfahren für die Schadenbearbeitung vor.
5. Geschäftsbetrieb wiederherstellen
Nach Eindämmung und Untersuchung des Angriffs müssen die betroffenen Systeme sicher wiederhergestellt werden.
Dabei sollte vermieden werden, dass dieselben Schwachstellen unmittelbar zu einem erneuten Angriff führen.
Weiterführende Informationen zur IT-Sicherheit und zur Absicherung von Unternehmen stellt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereit.
Welche Rolle spielt die Cyberversicherung?
Technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen bilden die Grundlage eines wirksamen Schutzkonzepts. Sie können das Risiko eines Cyberangriffs reduzieren, aber nicht vollständig ausschließen.
Eine Cyberversicherung kann die finanziellen Folgen bestimmter Cybervorfälle abfedern und im Schadenfall Zugang zu spezialisierten Dienstleistern ermöglichen.
Je nach Versicherungsvertrag kommen beispielsweise Leistungen für IT-Forensik, Daten- und Systemwiederherstellung, versicherte Betriebsunterbrechungen, Krisenmanagement sowie die Prüfung und Abwehr versicherter Haftpflichtansprüche in Betracht.
Welche Schäden tatsächlich versichert sind, hängt vom jeweiligen Tarif, den vereinbarten Bedingungen und möglichen Ausschlüssen ab.
Ausführlichere Informationen zu Leistungen und Absicherungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zur Cyberversicherung für Unternehmen.
Fazit: Cyberprävention und Versicherungsschutz gehören zusammen
Cyberkriminalität ist längst kein ausschließliches Problem großer Unternehmen mehr.
Auch kleinere Betriebe sollten ihre IT-Sicherheit regelmäßig überprüfen und sich auf mögliche Sicherheitsvorfälle vorbereiten.
Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel aus technischen Schutzmaßnahmen, geschulten Mitarbeitern, klaren Notfallabläufen und einer angemessenen finanziellen Absicherung.
Als unabhängiger Versicherungsmakler unterstützen wir Unternehmen bei der Bewertung ihrer Cyberrisiken und der Auswahl eines geeigneten Versicherungsschutzes.
Bildnachweis:
- Cyberversicherung: fotolia 131838526 © ronniechua